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Rede Ilka von Boeselager

Lieber Werner Hahnenberg, liebe Mitglieder und Gäste der Großen Heimerzheimer Karnevalsgesellschaft,

 

ich bedanke mich herzlich für die Schirmherrschaft über den heutigen Abend. Es ist für mich eine Ehre und Freude, an der Proklamation teilzunehmen und die 60 Jahre mit zu feiern, in denen die Große Heimerzheimer Karnevalsgesellschaft unser Zusammenleben so bereichert hat. Das ist eine große Leistung, nicht nur an den „tollen Tagen“ selber. Dahinter steht ein fantastisches persönliches Engagement, bei dem immer gilt, dass nach dem Heimerzheimer Rosenmontagszug direkt wieder vor dem Rosenmontagszug bedeutet. Wir würdigen heute einen mitmenschlichen Aufwand, der eine ganze Ära geprägt hat: über 365 Tagen im Jahr hinweg. Das sind also, auf die zurückliegenden 60 Jahre gerechnet, 21.900 Tage. Oder mehr als 525.000 Stunden!

 

Was ist genau das, was diesen Einsatz für uns alle so besonders macht?

 

Um diese Frage zu beantworten, möchte ich zunächst etwas zu der Gründung der Heimerzheimer KG sagen, die noch in die Nachkriegszeit fällt. Nach den düsteren Erfahrungen, die es auch in Swisttal überall gab, war die Wiederbelebung des Karnevals ein großer Beitrag dazu, dass wieder Mut gefasst wurde, dass die Zukunft wieder etwas fröhlicher aussah.

 

Vor 10 Jahren, als die KG 50 Jahre alt geworden ist, habe ich bei dem großen Jubiläumsfest hier an gleicher Stelle auf die zeitliche Nähe hingewiesen, die es zwischen der Gründung der Großen Heimerzheimer Karnevalsgesellschaft und dem Fußball-Wunder von Bern gibt.

Das gehört zusammen, wenn natürlich auch mit unterschiedlichen Maßstäben. Beide Ereignisse stehen symbolisch und real für eine neue Zuversicht.

 

Dass um diese Zuversicht wirklich auch gekämpft werden musste, dokumentiert für die Große Heimerzheimer Karnevalsgesellschaft die Chronik von Franz Josef Hambach. Es ist großartig, dass wir diese geschichtlichen Einblicke, die auf den Internetseiten der KG nachzulesen sind, bis heute so präsent haben: mit dem Wissen um die Gründung im damaligen Café Koch am Rosenmontag 1955. Mit der Kenntnis von den Vorleistungen von Peter Stüsser und Anton Koch senior. Oder von der Wahl von Peter Euskirchen zum „Schultheiߓ, oder von den Anstrengungen, die Bürgermeister Peter Esser zur Wiederbelebung des Karnevals zuvor schon unternommen hatte.

 

Genauso mit den Namen von Walter Fell, Georg Bregulla, Hermann Euskirchen, Fritz Wolff oder Emil Schnitzler. Mit Käthe und Peter Krahe als erstem Prinzenpaar der KG, mit Anni und Jacob Rupperath, Gerta Hambach – und mit vielen Erinnerungen und Anekdoten.

 

Die Chronik von Franz Josef Hambach lässt die Hürden nicht aus, die es bei der Gründung der KG in der Anfangszeit natürlich gab, und die in anderer Form auch später wieder auftraten – zum Beispiel in puncto Organisation oder in puncto Finanzierung. Das sind Schwierigkeiten, die ganz grundsätzlich zeigen, wie schwer es mitunter ist, dem ernsten Leben Frohsinn abzugewinnen – gegen Widerstände, die oft „menschlich und allzu menschlich“ sind. Das gilt selbstverständlich nicht nur in Heimerzheim. Wenn gesagt wird, dass nichts so ernst ist wie der Karneval, kommt das auch von daher.

Aus meiner Sicht gehört es zu dem besonderen Geschenk, das die Große Heimerzheimer Karnevalsgesellschaft unserer Gemeinschaft über jetzt 60 Jahre hinweg gemacht hat, sich von diesen Widerständen gerade nicht beirren zu lassen. Alle, die in dieser Zeit mitgewirkt haben und mitwirken, zeichnet aus, dass sie sich nicht haben entmutigen lassen, Mut zu machen und immer neue Freude zu verschenken.

 

Dieser Verdienst um das frohe Denken und Handeln in unserer Gesellschaft ist gut nachzuvollziehen, wenn man eine besondere Möglichkeit bedenkt, die der Karneval hat – die berühmte „Narrenfreiheit“, die vielleicht schon die Römer mit in unser Rheinland gebracht haben: mit ihrem Fest für den Gott Saturn, das einmal im Jahr stattfand. Während der Festtage galten die Standesunterschiede nicht, und jeder hatte die Möglichkeit, einmal Klartext zu sprechen. Dieser Brauch gehört sicher auch zu unserem „Stammbaum“, von dem es in dem Lied der Bläck Fööss heißt, dass wir dadurch so viel gewonnen haben – „Mir all, mir sin nur Minsche, vür‘m Herjott simmer glich“!

 

Der Klang dieser Poesie ist ermutigend, emotional und zuweilen sentimental. Er gehört zu unserer Heimat in Heimerzheim und im Rheinland besonders. Diese Poesie hat ein Bewusstsein, das vielleicht eine Liedzeile von den Höhnern besonders schön bezeichnet: nämlich dass man die Tränen, die man lacht, nicht „kriesche“ muss.

 

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